Fatima
unser Meerschweinchen

Nach einer Reise nach Tunesien kam mein Sohn auf die Idee eine Landschildlröte mitzunehmen. Wäre auch aus tunesischer Sicht kein Problem gewesen. Nur "wir" haben ja den Artenschutz, der natürlich auch gerechtfertigt ist. Nur "ich" hatte das nicht bedacht und versprach selbstverständlich eine Schildkröte zu kaufen. Nach langen Telefonaten in Deutschland fand ich heraus, daß es nicht so ist, wie es war. Mit 9 Jahren hatte ich jahrelang eine Landschildkröte und diese verbrachte die Winterzeit im Garten und den Sommer verbrachte sie ebenfalls dort. Manchmal ging ich auch mit ihr (kein Scherz) spazieren. Außerdem was jetzt unglaublich klingt, aber nicht unglaublich ist, sie hörte, wenn man sie rief. Soweit so gut. Nach diesen unzähligen und ermüdenden Telefonaten hinsichtlich des Kaufes einer Schildkröte mit Papieren, gab ich ab. Der Preis war schon jenseits von Gut und Böse. Man sagte mir aber noch, das Tier bräuchte ja ein Terrarium und Beleuchtung und dieses und jenes. "Nein danke". Auf mutierte Tiere hatte ich noch nie Bock. Entweder normale Haltung und artgerecht oder gar nicht! Somit war das Thema durch!

Fatima Mein Sohn absolut traurig und am Boden zerstört, meinte nach einer langen Denkpause, gut, wie wäre es mit einem Meerschwein. Oh, oh, dachte ich so bei mir. Ein Meerschwein! Na alla!!!! (Sagen wir so in Mannheim). Allerdings war ich von dieser Idee jetzt nicht gerade entzückt. Ein Meerschwein braucht wesentlich mehr Pflege als eine "herkömmliche Landschildkröte". Nachdem geklärt war, wer das Tier sauber macht und sich um alles kümmert, ließ ich mich breitschlagen. Erwähnenswert ist natürlich, daß ich als Kind einen Zoo hatte. Von Fischen bis hin zur Katze war eigentlich alles vertreten. Meine Mutter drehte damals fast durch. Ich wurde allerdings tatkräftig von meiner Oma unterstützt. Nur, als wir damals auch noch einen Hund anschleppten, war das das Ende der Geduld meiner Mutter und wir mußten ihn zügig zurückbringen. OK, mein Meerschwein damals hieß Bobby und lebte in einem Riesenpalast von Stall auf dem Balkon. Im Sommer, gar kein Problem, konnte Bobby mit mir in den Garten und rannte einfach so rum. Auch kein Scherz, er hörte ebenfalls und ich brauchte kein Freilaufgehege oder so etwas. Wenn Kinder uns aufzogen (obwohl wir ja keine Uhr waren), rannte er unter einen Busch und wenn die Kinder weg waren, kein Problem, rief ich ihn und er kam wieder. Ja, so ein Meerschwein hatte ich in positiver Erinnerung wie meine Landschildkröte. Nachteil in der jetzigen Zeit: "Es gibt fast keine Bauern mehr, bei denen man Heu oder Stroh holen kann". Na ja, wozu gibt es Zoofachläden, die wollen ja auch etwas verdienen.

Frederic und ich machten uns an einem Samstag auf und kauften nach langem hin und her, ein Meerschwein. Genannt: Trixie! Trixie war jetzt nicht das Tier, das ich mir so vorstellte, aber mein Sohn fand sie toll. Gut. Käfig mußte her (für die Winterzeit), Futter, Wasserbehälter, Salzstein, Kalkstein, Heu, Streu und Karotten. Gut, Zuhause angekommen richteten wir ihr ein gemütliches Zuhause ein. Frederic durfte sie auch rennen lassen. So ein Tier möchte ja mal seinen Auslauf. Alles kein Problem. Wir nahmen sie auf den Schoß, gaben ihr Streicheleinheiten, sie durfte sich auch ab und zu meine Fische ansehen. Sehr idyllisch.



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© Eva-Maria Schubert-Laudenklos